Die Vergangenheit, die nicht vergeht

Die deutsche Linke & der lange Schatten des Stalinismus

Der historische Stalinismus findet zurzeit in der Beschönigung und geschichtsphilosophischen Rechtfertigung seiner Taten eine politisch-theoretische Auferstehung, wie Christoph Jünke in seinem Buch "Der lange Schatten des Stalinismus" (Köln 2007) darstellt. Anhand der Arbeiten von Luciano Canfora und Domenico Losurdo zeigt er die Fallstricke eines unaufgeklärten linken Diskurses auf, der die vorherrschende Demokratiemüdigkeit großer Teile der Gesellschaft für eine ideologische Offensive philo- und neostalinistischer Postionen nutzt, und so die politische und programmatische Erneuerung der Linken nachhaltig blockiert.

Warum aber will diese Vergangenheit eigentlich nicht vergehen? Wie kann man die philo- und neostalinistischen Tendenzen verstehen und wie sollten heutige Linke mit ihnen umgehen?

"Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System" Dieser Satz, von Michael Schumann auf dem ausserordentlichen Parteitag der SED/PDS im Dezember 1989 formuliert, ist seitdem zum Symbol geworden für die Selbsttransformation der SED zur PDS und schließlich zur Linkspartei. Aber nicht nur für die parlamentarische Linke war der Epochenbruch '89 einschneidend: Auch für die außerparlamentarische und radikale Linke markiert 'die Wende' eine Zäsur.

Was aber war das, was da 1989 - vor nun 25 Jahren - endgültig untergegangen und politisch wie ökonomisch abgewickelt wurde? Was bedeutet es für die heutige radikale Linke, sich nach 1989 - ja nach 1939 - noch oder wieder als kommunistisch bezeichnen? Was machen wir mit dem uneingelösten Versprechen der Oktoberevolution im noch-nicht untergegangenen Kapitalismus? Wie gehen wir um mit neostalinistischen und autoritären Ansätzen, wenn wir die Tragödie des Stalinismus nicht als Farce wiederholen wollen?

Die Reihe wird unterstützt von:
Jugendclub Courage Köln e.V., Interventionistische Linke Köln, Naturfreunde Köln-Kalk, Antifa ak, queergestellt (nur Bini Adamczak), Gesprächskreis Geschichte der Rosa Luxemburg Stiftung und Rosa Luxemburg Stiftung NRW.

Termindaten:

  • 27.11.2014 18:00 · Kulturbunker Mülheim, Berliner Str. 20, Mühlheim, Deutschland