Gedenken an die Reichspogromnacht
17:30 Uhr – „hinter der Sandkirche“:
Mahngang entlang von Stolpersteinen im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 und die Opfer des Faschismus.
20:00 Uhr – Stadthalle Aschaffenburg, Raum K2:
Vortrag „Antiziganismus – Verfolgung von Sinti und Roma gestern und heute“ mit Jonathan Mack, Politischer Referent beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.
Wir dokumentieren an dieser Stelle den Aufruf des Aschaffenburger Bündnis gegen Rechts:
Gegen das Vergessen
„Zuviel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung, an millionenfachem Mord hat der Faschismus gebracht, sodass es nichts Wichtigeres geben kann als Aufstehen gegen jede Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus.“
Diese mahnenden Worte des Aschaffenburger Juden und Resistance-Kämpfers Peter Gingold* gewinnen in diesen Tagen erschütternde Aktualität. Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, und Antiziganismus feiern in Europa üble Urständ, täglich gibt es Übergriffe. 178 Todesopfer rechter Gewalt werden seit 1990 bei uns gezählt.
Leider weilt Peter, wie so viele andere NS-Widerstandskämpfer und Zeitzeugen, nicht mehr unter uns. Es liegt an uns, sein antifaschistisches Erbe aktiv anzutreten, die Erinnerung an die Verbrechen Nazideutschlands lebendig zu halten und sich jedem Versuch von Verharmlosung oder Verdrängung entgegenzustellen. Die dramatische Verfolgung von Sinti und Roma in den Balkan-Ländern, die die Bundesregierung gern zu „sicheren Drittstaaten“ erklären möchte, verdient dieses Jahr unsere besondere Aufmerksamkeit – auch, weil Roma und Sinti erneut in zunehmendem Maße Opfer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hier bei uns sind.
Null Toleranz für alte und neue Nazis!
Wir meinen nicht, die Anwesenheit von Faschisten gehöre „zum Wesen von Demokratie“, wie uns örtliche Polizeiführung, Medien und OB belehren wollen. Wir hatten den Einlass eines seit über 20 Jahren international aktiven und wegen Waffenbesitzes vorbestraften Nazi-Kaders samt Combo zu einer städtischen Info-Veranstaltung kritisiert. Er war kürzlich in Goldbach wieder – im Wortsinn – einschlägig aufgefallen. Wir bleiben dabei: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Angesichts geschichtlicher Erfahrungen gerade aus dem 9. November 1938 fordern und mahnen wir immer wieder: Keinen Fußbreit den Faschisten!
Eine wichtiger Anlass dazu ist eben der 9. November selbst. Die Reichspogromnacht markierte den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden, Roma und Sinti zu deren systematischer Verfolgung, die europaweit im Holocaust ihren singulären Höhepunkt fand. Während Shoa allein den Genozid an den europäischen Juden bezeichnet, heißt der Genozid an den europäischen Sinti und Roma Porajmos. Holocaust meint in umfassender Definition beides (W. Benz, 2014).
Wir wollen am 9. November der verfolgten, gequälten und ermordeten Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti als auch aller anderen Opfer Nazideutschlands gedenken. Solche menschenverachtenden Verbrechen dürfen sich nicht wiederholen!
In diesem Sinne organisiert das Bündnis gegen Rechts auch in diesem Jahr wieder einen Mahngang, ruft alle antifaschistisch gesinnten Menschen zur Teilnahme auf und lädt zu Veranstaltungen im Anschluss ein.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
* Peter Gingold (Kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus – geboren am 8. März 1916 in Aschaffenburg; gestorben am 29. Oktober 2006 in Frankfurt am Main, Träger der Johanna-Kirchner-Medaille (Stadt Frankfurt) und der Carl-von-Ossietzky-Medaille (Internationale Liga für Menschenrechte)
Termindaten:
- 09.11.2015 16:30 · Aschaffenburg, Deutschland
17:30 Uhr – „hinter der Sandkirche“:
Mahngang entlang von Stolpersteinen im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 und die Opfer des Faschismus.
20:00 Uhr – Stadthalle Aschaffenburg, Raum K2:
Vortrag „Antiziganismus – Verfolgung von Sinti und Roma gestern und heute“ mit Jonathan Mack, Politischer Referent beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.
Wir dokumentieren an dieser Stelle den Aufruf des Aschaffenburger Bündnis gegen Rechts:
Gegen das Vergessen
„Zuviel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung, an millionenfachem Mord hat der Faschismus gebracht, sodass es nichts Wichtigeres geben kann als Aufstehen gegen jede Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus.“
Diese mahnenden Worte des Aschaffenburger Juden und Resistance-Kämpfers Peter Gingold* gewinnen in diesen Tagen erschütternde Aktualität. Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, und Antiziganismus feiern in Europa üble Urständ, täglich gibt es Übergriffe. 178 Todesopfer rechter Gewalt werden seit 1990 bei uns gezählt.
Leider weilt Peter, wie so viele andere NS-Widerstandskämpfer und Zeitzeugen, nicht mehr unter uns. Es liegt an uns, sein antifaschistisches Erbe aktiv anzutreten, die Erinnerung an die Verbrechen Nazideutschlands lebendig zu halten und sich jedem Versuch von Verharmlosung oder Verdrängung entgegenzustellen. Die dramatische Verfolgung von Sinti und Roma in den Balkan-Ländern, die die Bundesregierung gern zu „sicheren Drittstaaten“ erklären möchte, verdient dieses Jahr unsere besondere Aufmerksamkeit – auch, weil Roma und Sinti erneut in zunehmendem Maße Opfer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hier bei uns sind.
Null Toleranz für alte und neue Nazis!
Wir meinen nicht, die Anwesenheit von Faschisten gehöre „zum Wesen von Demokratie“, wie uns örtliche Polizeiführung, Medien und OB belehren wollen. Wir hatten den Einlass eines seit über 20 Jahren international aktiven und wegen Waffenbesitzes vorbestraften Nazi-Kaders samt Combo zu einer städtischen Info-Veranstaltung kritisiert. Er war kürzlich in Goldbach wieder – im Wortsinn – einschlägig aufgefallen. Wir bleiben dabei: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Angesichts geschichtlicher Erfahrungen gerade aus dem 9. November 1938 fordern und mahnen wir immer wieder: Keinen Fußbreit den Faschisten!
Eine wichtiger Anlass dazu ist eben der 9. November selbst. Die Reichspogromnacht markierte den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden, Roma und Sinti zu deren systematischer Verfolgung, die europaweit im Holocaust ihren singulären Höhepunkt fand. Während Shoa allein den Genozid an den europäischen Juden bezeichnet, heißt der Genozid an den europäischen Sinti und Roma Porajmos. Holocaust meint in umfassender Definition beides (W. Benz, 2014).
Wir wollen am 9. November der verfolgten, gequälten und ermordeten Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti als auch aller anderen Opfer Nazideutschlands gedenken. Solche menschenverachtenden Verbrechen dürfen sich nicht wiederholen!
In diesem Sinne organisiert das Bündnis gegen Rechts auch in diesem Jahr wieder einen Mahngang, ruft alle antifaschistisch gesinnten Menschen zur Teilnahme auf und lädt zu Veranstaltungen im Anschluss ein.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
* Peter Gingold (Kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus – geboren am 8. März 1916 in Aschaffenburg; gestorben am 29. Oktober 2006 in Frankfurt am Main, Träger der Johanna-Kirchner-Medaille (Stadt Frankfurt) und der Carl-von-Ossietzky-Medaille (Internationale Liga für Menschenrechte)
Termindaten:
- 09.11.2015 16:30 · Aschaffenburg, Deutschland