Linke Politik und das "dabei bleiben" – mit Rehzi Malzahn
Ab Anfang dreißig stellten sich Rehzi Malzahn manche Fragen anders und neu: ein zunehmendes Gefühl der Entfremdung von bestimmten linken Ritualen und Codes führte sie zu dem Wunsch, ältere Genoss*innen zu befragen. Im letzten Herbst erschien ihr Buch »dabei geblieben«.
Seit Jahrzehnten ist die radikale Linke in Deutschland vornehmlich eine Jugendbewegung. Spätestens Anfang 30 steigen die meisten aus. Was aber ist mit denen, die »dabei geblieben« sind? In knapp 30 Interviews geht das Buch der Frage auf den Grund, was diejenigen Aktivist*innen bewegt, die auch mit Mitte 40 bis 60 noch auf die Straße gehen, Aktionen planen oder auf vielen anderen Wegen ihre radikale Kritik an den Verhältnissen ausdrücken. Die Interviewten blicken auf ihr Leben und erzählen, wie alles angefangen hat, woran sie verzweifelt sind, was sie ermutigt oder wie sie mit Frust umgehen. Sind Job und Familie wirklich Gründe, um den Einsatz für eine radikal andere, bessere Welt aufzugeben? Oder berühren eine*n die Fragen des politischen Alltagsaktivismus weniger wenn man älter wird? Kann eine radikale Linke nur im Vollzeitaktivismus existieren?
Diese Fragen möchten wir gemeinsam mit Rehzi vor dem Hintergrund eigener iL- Fragen rund um Organisierung debattieren. Die iL brach vor über 10 Jahren die altersüblichen Zusammensetzungen linker Gruppen auf, indem sich junge und ältere Genoss*innen bundesweit zusammen organisierten. Doch die Fragen des 'wie weiter zusammen älter werden' und 'weiter rebellieren', des 'dabei-bleibens' stellen sich fortlaufend. Im politischen Alltagsgeschehen stellt sich die Auseinandersetzung mit diesen Fragen aus unserer Erfahrung nicht einfach ein, sondern muss aktiv geschaffen werden. Die QueerFeminismus-AG der iL Berlin stieß vor 4 Jahren eine Selbstbefragung zum Thema an und wir wollen mit der Veranstaltung auch hieraus rekapitulieren. Allgemein stellt sich für uns das 'füreinander Sorge- tragen' als eine enorme politische Herausforderung, für die wir keinen Masterplan haben. Gemeinsam mit Rehzi, soll eine Perspektive auf die Frage geworfen werden, ob es linksradikale Strukturen und Organisierungen geben kann, die dem dabei bleiben gerechter werden können. Wie müssten diese aussehen?
Mehr zum Buch: http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/dabei-geblieben-detail
Termindaten:
- 29.03.2016 17:30 · B-Lage, Mareschstr. 1, Berlin, Deutschland
Ab Anfang dreißig stellten sich Rehzi Malzahn manche Fragen anders und neu: ein zunehmendes Gefühl der Entfremdung von bestimmten linken Ritualen und Codes führte sie zu dem Wunsch, ältere Genoss*innen zu befragen. Im letzten Herbst erschien ihr Buch »dabei geblieben«.
Seit Jahrzehnten ist die radikale Linke in Deutschland vornehmlich eine Jugendbewegung. Spätestens Anfang 30 steigen die meisten aus. Was aber ist mit denen, die »dabei geblieben« sind? In knapp 30 Interviews geht das Buch der Frage auf den Grund, was diejenigen Aktivist*innen bewegt, die auch mit Mitte 40 bis 60 noch auf die Straße gehen, Aktionen planen oder auf vielen anderen Wegen ihre radikale Kritik an den Verhältnissen ausdrücken. Die Interviewten blicken auf ihr Leben und erzählen, wie alles angefangen hat, woran sie verzweifelt sind, was sie ermutigt oder wie sie mit Frust umgehen. Sind Job und Familie wirklich Gründe, um den Einsatz für eine radikal andere, bessere Welt aufzugeben? Oder berühren eine*n die Fragen des politischen Alltagsaktivismus weniger wenn man älter wird? Kann eine radikale Linke nur im Vollzeitaktivismus existieren?
Diese Fragen möchten wir gemeinsam mit Rehzi vor dem Hintergrund eigener iL- Fragen rund um Organisierung debattieren. Die iL brach vor über 10 Jahren die altersüblichen Zusammensetzungen linker Gruppen auf, indem sich junge und ältere Genoss*innen bundesweit zusammen organisierten. Doch die Fragen des 'wie weiter zusammen älter werden' und 'weiter rebellieren', des 'dabei-bleibens' stellen sich fortlaufend. Im politischen Alltagsgeschehen stellt sich die Auseinandersetzung mit diesen Fragen aus unserer Erfahrung nicht einfach ein, sondern muss aktiv geschaffen werden. Die QueerFeminismus-AG der iL Berlin stieß vor 4 Jahren eine Selbstbefragung zum Thema an und wir wollen mit der Veranstaltung auch hieraus rekapitulieren. Allgemein stellt sich für uns das 'füreinander Sorge- tragen' als eine enorme politische Herausforderung, für die wir keinen Masterplan haben. Gemeinsam mit Rehzi, soll eine Perspektive auf die Frage geworfen werden, ob es linksradikale Strukturen und Organisierungen geben kann, die dem dabei bleiben gerechter werden können. Wie müssten diese aussehen?
Mehr zum Buch: http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/dabei-geblieben-detail
Termindaten:
- 29.03.2016 17:30 · B-Lage, Mareschstr. 1, Berlin, Deutschland